Puzzlemomente- Kennt ihr das?

Ravensburger Moderator

Puzzlemomente- Kennt ihr das?

 

Die Gespräche in unserem netten Puzzle World Community-Forum machen mir eigentlich jeden Tag mehr Spaß! Gleichgesinnte zu finden, die genau wissen was man meint, lässt mir das Herz aufgehen und viele Themen und Threads sind einfach saukomisch. In letzter Zeit stelle ich vermehrt fest, dass es ein paar Puzzleerlebnisse gibt, die man eigentlich mit Worten nicht beschreiben kann, die aber trotzdem von echten Puzzlern verstanden werden.

 

Etwas Neues beginnt

Ich komme ja echt selten an Puzzles vorbei, wenn sich dann auch noch reduzierte Puzzles im Kaufhaus oder Supermarkt auf dem Sonderangebotstisch stapeln, bin ich verloren. Es gibt einen geheimen Grund, warum ich neue Puzzles liebe. Es ist der Moment, wenn ich den Karton öffne, wenn die Teile alle sauber, neu und unberührt im Plastikbeutel schlummern. Der Beutel wird sauber am Rand aufgeschnitten, die Sortierschalen stehen bereit und ich schüttele alle Teile auf den Tisch. Die Teile umdrehen, sichten und sortieren macht mir tatsächlich so unglaublich viel Spaß, dass ich jedes Teil genieße!

 

Das Fingerspitzengefühl

Wie beschreibt man zum Beispiel das Gefühl, das ein wirklich gutes Puzzle in den Fingern auslöst, im Gegensatz zu einem billigen Ramschpuzzle? Ihr kennt den Klick, oder? Habt ihr schonmal bemerkt, dass das Gefühl sich verändert? Ein neues Puzzle, frisch aus der Presse fühlt sich beim Puzzeln komplett anders an, als ein altes, mehrfach bespieltes Schätzchen. Mit der Zeit werden die Ränder der Teile weicher und es fehlt der Klick! Bei billigen Puzzles hakelt es beim Einlegen einfach ein bisschen. Für mich ist es deshalb völlig unbefriedigend, billige Puzzles zu machen, da kann das Motiv noch so toll sein und alte Schätzchen mache ich zugegebenermaßen nur selten!

 

Die heikle Situation

Es gibt Momente in meinem Puzzler-Leben, da werde ich zum Eremiten. Kein Mensch darf mich stören, ansprechen oder neben mir atmen! Ihr wisst sicher, was solche Momente sein könnten. Wenn sich zum Beispiel zwei Teile ineinander verhakt haben und ich sie voooorsichtig wieder auseinandertüddeln muss. Oder wenn ich das eine Teil suche, das den notwendigen Übergang zwischen zwei fertigen Bereichen bilden soll. Ich starre manchmal minutenlang auf meine sortierten Teile, scanne leicht manisch Teil um Teil. Wenn dann mein Mann um die Ecke kommt und mir „rät“, ich solle doch einfach wo anders weiter machen. Mannomann. Dann ist was los. Wenn ich nach minutenlanger Suche glaube, das Teil gefunden zu haben und es doch nicht passt, bin ich auch besser nicht in Gesellschaft, ich fluche wie ein Rohrspatz.

 

Das letzte Teil

Wenn ich das letzte Teil lege, dann bin ich zumindest am liebsten allein. Wenn mich jemand dabei beobachtet, wie ich diesen erhabenen Moment rituell begehe, könnten eventuelle Beobachter mich auch für wahnsinnig halten. Unter uns traue ich mich aber diesen Moment zu beschreiben. Zuerst kommt die Faust, die balle ich fest und feiere den Sieg, anschließend streiche ich mit der Hand über die glatte und doch leicht unebene Oberfläche des Motives. Mein Finger wandert einmal am Rand entlang und ich kann mich gar nicht satt sehen. Meine Tochter hat mich letztens beobachtet und sie meinte, ich hätte dabei einen verrückten Glanz in den Augen. Nun.

 

Wahrscheinlich findet mich der eine oder andere Leser jetzt total schräg, oder nicht? Erzählt uns doch mal, was Eure verzauberten Momente beim Puzzeln sind!

 

 

4 Kommentare
Puzzle Experte

Ich liebe auch den Moment des Aussuchens. Die Vorfreude wenn man den Laden betritt und auf das Puzzleregal zuläuft. Dann die Sichtung welchem Puzzle man ein neues Zuhause schenkt. Und klar, der Moment wenn der Karton geöffnet wird und das gute Stück vor einem liegt. 

Meine Tochter kennt das Gefühl des Auspackens wohl nicht. Da wird lieblos die Tüte aufgerissen die danach auch nicht mehr zu gebrauchen ist. Wenn Mama nicht den Karton rettet würde sie sich auch noch versehentlich draufsetzten. 

 

Aber das Legen des Puzzles genießen wir beide. Da darf uns auch keiner stören. 

Mein Mann weiß schon wann er sich besser mit seinem Buch zurückzieht oder sein Auto

pflegt und uns in Ruhe lässt. 

 

Der nicht so schöne Moment ist dann das wieder auseinandernehmen wenn man so viel Zeit mit dem schönen Puzzle verbracht hat. Aber alle Puzzle kann man nun wirklich nicht aufhängen. 

 

Komischerweise behalten wir die Puzzle von meiner Tochter immer noch wogegen ich meine nach dem Legen weitergebe. Kann eigentlich nicht sagen warum. Denn es passiert

sehr selten dass meine Tochter ein Puzzle noch einmal legt. Meistens will sie dann doch wie Mama mal wieder ein neues Puzzle. 

 

 

 

 

Puzzle Lehrling

Es klingt jetzt vielleicht paradox, aber der für mich schönste Moment (neben dem einsetzen der letzten Teile) ist für mich der Moment, in dem ich das Puzzle wieder auseinandernehme.

Dieser Moment, diese eine Minute, in der das Puzzle wieder in den Ursprungszustand versetzt wird. Den mag ich am liebsten.

Ravensburger Moderator

@Talinka das habe ich tatsächlich noch nie gehört! Spannend. Die meisten Menschen lieben das fertige Ergebnis so sehr, dass sie ja sogar die Puzzles kleben und aufbewahren.

Puzzle Freund
Hallo zusammen, mir macht das Puzzeln selbst unheimlichen Spaß: Erst den Rand legen und dann ein Suchen und Finden in allen anderen Teilen, denn bei mir wird nichts vorsortiert. Es entspannt mich einfach total, sodass Puzzle-Abende auch schonmal zu Puzzle-Nächten werden. Ich arbeite an allen Stellen des Puzzles gleichzeitig. Und so liebe ich es auch, wenn sich immer mehr Lücken auf meinem Puzzlebrett schließen. So habe ich am Ende dann auch meist das Vernügen, nicht nur Teile einer schwierigen Ecke im Puzzle, sondern über das ganze Brett verteilt, die letzten Teile einzusetzen. Wenn es dann vollbracht ist, fahre ich mit der Hand über das Puzzle und freue mich an dem fertigen Motiv 🙂 Mittlerweile muss ich sagen, dass es mir genauso viel Spaß macht, im Internet nach älteren Puzzles zu stöbern, die es oft auch nur noch selten zu kaufen gibt. Ich liebe es einfach, regelmäßig zu schauen, ob ich wieder ein Puzzle finde, dass mich anguckt und sagt: Kauf mich! Es ist wie eine Entdeckungsreise, was es wohl vor 10 oder 20 Jahren an Puzzles gab, die man dann zufällig irgendwo findet. Und wenn das Motiv das Richtige ist, muss ich das Puzzle unbedingt haben. Und so vergrößert sich auch meine Puzzlesammlung immer weiter, ganz nach dem Motto: Wenn ich das Puzzle jetzt nicht kaufe, werde ich es demnächst bestimmt nirgendwo mehr finden. So kam es dann neulich dazu, dass ich ein originalverpackes Ravensburger-Puzzle, noch aus Zeiten vor der Softclick-Technology legen wollte. Ich habe die äußere Folie entfernt, den Karton geöffnet und einen Mini-Puzzlekatalog gefunden. Erstmal habe ich dann darin geschmökert, ob ich wieder mal alte Puzzles finde, die ich gerne hätte. Dann habe ich vorsichtig die Tüte mit den Puzzleteilen geöffnet und wie immer erstmal daran geschnuppert. Ich liebe diesen Geruch. Dabei konnte ich dann feststellen, dass die Puzzle von vor 19 Jahren doch anderes riechen, als aktuell produzierte. Und damals waren die Teile von hinten nicht blau, sondern türkisgrün. Auch, wenn mir das bekannt ist, sieht es dann doch erstmal wieder komisch aus. Anschließend habe ich die Teile in den unteren Karton ausgeschüttet. Genauso wie das Schnuppern an der Puzzletüte ein Ritual bei mir ist, fahre ich dann mit den Fingern durch die Teile ... und stellte dieses Mal fest, dass die Teile von vor 19 Jahren auch anders klingen. Dieses Geräusch, wenn man einige Teile in die Hand nimmt und durch die Finger in den Karton zurückrieseln lässt, ist bei diesen älteren Puzzles ein ganz anderes. Und dann ging es bei mir wirklich mit Puzzeln los: Randteile legen und dann wühlen im großen Rest 🙂