Warum Puzzeln glücklich macht

jessix
Ravensburger Community Manager

Gerade in der aktuellen Situation haben immer mehr Menschen die Leidenschaft am Puzzeln wiedergefunden. Und es tut den Menschen gut. Denn aus vielen, bunten Pappteilchen jenes zu finden, das zu anderen passt, entschleunigt den Geist, fordert die Haptik und sorgt immer wieder für ein kleines Glücksgefühl. Ganz bei sich selbst zu sein, sich ein Stück weit im Suchen, Finden und Zusammensetzen zu verlieren und dabei etwas entstehen zu sehen, das macht für viele die Faszination aus.

 

Hannes Marohn, verantwortlich für den globalen Geschäftsbereich Puzzles bei Ravensburger, erklärt, warum Puzzeln im Trend liegt 😊.

 

Warum puzzelt der Mensch, was ist daran so faszinierend?

Hannes Marohn: „Es gibt verschiedene Gründe für das Puzzeln. Kinder freuen sich zum Beispiel an den Motiven aus beliebten Kinderserien im Fernsehen, aus Tiersendungen oder Kinofilmen. Für sie ist es ein besonderes Erfolgserlebnis, wenn ein Teil zum anderen passt und sie ihre Film-Helden vollständig vor sich sehen. Und nebenbei schulen Kinder beim Zusammenpuzzeln der Teile Konzentrationsfähigkeit, Geduld und Kombinationsvermögen. Auch für Erwachsene ist Puzzeln eine beliebte Freizeitbeschäftigung, vor allem in der kälteren Jahreszeit. Für sie ist es eine Art „Gehirnjogging“, denn Puzzeln beansprucht bekanntermaßen eine Vielzahl kognitiver Fähigkeiten, darunter das Kurz- und Langzeitgedächtnis oder das schlussfolgernde Denken. Wir beobachten aber zunehmend eine weitere Motivation: Achtsamkeit und Entspannung. In einer Gesellschaft, die immer anspruchsvoller, digitaler und schnelllebiger wird, nehmen sich die Menschen bewusst eine haptische Auszeit ohne Smartphone & Co, einen Moment der Ruhe und des Abschaltens – Viele finden diesen für sich oder mit der Familie in einem Ravensburger Puzzle.“
 

Was sagt die Wissenschaft?

Dass Puzzeln glücklich macht, sagen aber nicht nur Puzzle-Fans. So konnte auch wissenschaftlich bewiesen werden, dass Puzzeln ein Gute-Laune-Garant ist – und das gleich in mehrfacher Hinsicht, wie Dr. Stephan Lermer (Kommunikationspsychologe) weiß: "Erstens erreicht man beim Puzzeln überraschende Teilziele". "Zweitens", so Lermer weiter, "ist da das Gesamtergebnis, das man als Symbol von ‚Ich hab das geschafft!’ in die Vitrine stellen kann, mit dem man Bewunderung und Anerkennung erntet. Ich differenziere gerne zwischen hochmutigem und gesundem Stolz – beim Puzzeln darf man gesund stolz auf sich sein".
Die Psychologie kennt aber noch einige mehr Gründe, weshalb das Puzzeln auf viele Menschen so eine Faszination ausübt: „Wir Menschen fühlen uns gestresst, wenn wir eine Aufgabe haben, die wir nicht schaffen, und sind gelangweilt, wenn wir etwas können, aber keine Aufgabe haben“, erklärt Lermer.
„Beim Puzzeln liegen wir genau in der Mitte: Hier trifft Kompetenz auf Herausforderung. Das heißt: Wir haben eine Aufgabe, die wir uns zutrauen, wissen aber nicht, wie lange wir brauchen und ob es auf den ersten Anhieb klappt. Das ist ein Hauptmotiv beim Puzzeln“. Ziele, die wir uns selbst gesteckt haben, tatsächlich zu erreichen, stärkt unser Selbstbewusstsein und schafft innere Ausgeglichenheit und Zufriedenheit. Und wer weiß - Vielleicht steckt im Puzzeln ja sogar das ganze Geheimnis des Glücks.
 

Wer sind denn die typischen Puzzle-Fans?

Hannes Marohn: „Hauptsächlich sind es Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren und Jugendliche, die regelmäßig puzzeln. Dazu gibt es eine sehr große Fangemeinde an Erwachsenen. Diese sind üblicherweise zwischen 20 und 50 Jahren alt, meist weiblich, stehen mitten im Leben, viele sind berufstätig und entspannen sich gerne beim Puzzeln, wollen immer wieder etwas Neues ausprobieren. Für diese Puzzlebegeisterten haben wir im vergangenen März die digitale Plattform Ravensburger Puzzle World ins Leben gerufen. Dort finden sie alles zum Thema Puzzle an einem Ort: interessante Storys, die neuesten Puzzles, Sondereditionen bestimmter Motive, eine Community zum Austausch mit anderen Puzzle-Fans oder einen integrierten Puzzle Blog mit unterhaltsamen Artikeln zum Thema. Mit dem digitalen Mehrspieler-Puzzle haben wir ein weiteres Highlight für unsere Fans geschaffen, welches es sonst auf dem Puzzle-Markt noch nicht gibt. Denn online Puzzeln geht ab jetzt nicht mehr nur alleine, sondern auch als Gruppe, etwa mit Freunden oder neuen Puzzle-Bekanntschaften in ganz Deutschland.“
 

Ravensburger Puzzles sind auch in ganz Europa und vielen Ländern der Erde eine bekannte Marke. Gibt es Unterschiede zwischen den Puzzlern in den USA, Frankreich oder Japan?

Hannes Marohn: „Auch wenn es auf dem internationalen Markt viele Gemeinsamkeiten gibt, so unterscheidet manche Länder bei den Puzzles doch der jeweilige Geschmack. Landschaftsmotive und Panoramaaufnahmen angesagter Metropolen sowie Kollagen, die aus vielen kleinen Details bestehen, erfreuen sich derzeit in allen Ländern großer Beliebtheit. In England und den USA beobachten wir jedoch, dass illustrierte, nostalgische Motive sehr gefragt sind. In Japan sind dagegen Puzzles mit niedrigeren Teilezahlen beliebt, während in den europäischen Ländern das klassische 1000 Teile-Puzzle stark nachgefragt ist. Wir freuen uns zudem, dass wir mit unserer EXIT-Puzzle-Reihe (im Ausland als „ESCAPE“-Puzzles verfügbar) sehr erfolgreich an den Trend der EXIT-Rooms anknüpfen konnten. Damit können wir – vor allem in Deutschland – eine neue Rätsel-Dimension in Verbindung mit Puzzeln anbieten.“